2. August Mainz erinnert am Europäischen Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma

Am Sonntag, dem 2. August 2026, versammelten sich zahlreiche Menschen an der Gedenkstele für die deportierten und ermordeten Mainzer Sinti und Roma in der Altenauergasse, um in Stille und mit bewegenden Worten an den nationalsozialistischen Völkermord zu gedenken.
Der 2. August trägt ein besonderes Gewicht in der Erinnerungsgeschichte: In der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 wurde das sogenannte „Zig**nerlager" im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau liquidiert. Die letzten dort inhaftierten Sinti und Roma wurden in dieser Nacht grausam ermordet. Der Tag steht zugleich stellvertretend für das Schicksal der Hunderttausenden Sinti und Roma, die während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft verfolgt, entrechtet und ermordet wurden. Seit 2015 ist der 2. August vom Europäischen Parlament offiziell als Europäischer Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma anerkannt.
Im Rahmen der Gedenkveranstaltung wurden Kränze niedergelegt und mehrere Gedenkreden gehalten:
David Rosenberg, Vorstandsmitglied im Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Rheinland-Pfalz, eröffnete das Gedenken. Er rief dazu auf, die Erinnerungskultur wachzuhalten und aus der Geschichte Verantwortung für die Gegenwart abzuleiten. Im Rahmen des Gedenkens appellierte er an unsere demokratischen europäischen Rechte und legte den Anwesenden nahe: „Die Würde jedes Menschen ist unantastbar, heute mehr denn je.“
Für die Stadt Mainz sprach Bürgermeister Daniel Köbler, der Oberbürgermeister Nino Haase vertrat. In seinem Grußwort bekräftigte er die Solidarität der Landeshauptstadt Mainz mit den dort lebenden Sinti und Roma.
Eine Studentin der Universität Mainz, die an der neuen Ausstellung „Sinti und Roma in Rheinland-Pfalz: ermordet, ausgegrenzt und stigmatisiert” mitgewirkt hat, richtete den Blick auf die Gegenwart. Sie betonte, dass Sinti und Roma bis heute von Ausgrenzung und Stigmatisierung betroffen sind und die Erinnerungsarbeit daher nicht auf die Vergangenheit beschränkt werden darf.
Den Abschluss der Redebeiträge bildete Ulrich Rüther vom FC Ente Bagdad. Der Verein hat das Gedenken am 2. August in Mainz eingeführt und trägt die Veranstaltung seither mit. Rüther unterstrich, dass Erinnerung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei, die von Institutionen ebenso wie von der Zivilgesellschaft getragen werden müsse.
Auch Christoph Georg vom Regionalverband Rheinhessen-Nahe war unter den Anwesenden, die gemeinsam ein stilles, aber unmissverständliches Zeichen setzten: gegen das Vergessen, gegen Antiziganismus und für eine Gesellschaft, die aus ihrer Geschichte lernt.
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