Testlauf zum Völkermord

Testlauf zum Völkermord

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Testlauf zum Völkermord
Rheinland-pfälzischer Landesverband der Sinti und Roma gedenkt landesweit der ersten Deportation ganzer Sinti und Roma-Familien am 16. Mai 1940


Mit Beginn des 16. Mai 1940 wurden die Deportationen von Sinti und Roma in die Konzentrations- und Vernichtungslager erstmals familienweise durchgeführt.

Am 16. Mai 2023 jährt sich der Beginn der systematischen Vernichtung von Sinti und Roma zum 83. Mal. Am 16. Mai 1940 wurden erstmals ganze Familien in die Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert. Diese Aktion galt gleichzeitig als Testlauf von Massendeportationen und sollte organisatorische Abläufe im Hinblick auf die Zusammenarbeit von Reichssicherheitshauptamt, Ortspolizei und Reichsbahn klären. Die SS sollte herausfinden, ob und inwieweit es möglich war, so viele Menschen zu transportieren und zu überwachen. Den Verantwortlichen war zu dem unklar, ob die verhafteten Menschen Widerstand leisten und wie die Bevölkerung darauf reagieren würde.
Die Sinti und Roma-Familien aus Mainz, Ingelheim, Worms, Ludwigshafen und der restlichen Süd-Pfalz wurden zuerst in das Sammellager Hohenasperg untergebracht, während man die Familien aus den Regionen Koblenz und Trier in ein Sammellager zum Kölner Messe-Gelände transportierte.

Dort angekommen wurden alle Deportierten nochmals „rassenkundlich“ auf die Zugehörigkeit zur Minderheit untersucht. Nachdem sie ihre Ausweispapiere abgeben mussten, erhielten sie einen sogenannten „Zigeunerausweis“.
Wenige Tage später wurden die insgesamt 2.800 Sinti und Roma in die Viehwaggons der Reichsbahn gepfercht und in die Ghettos und Konzentrationslager des von den Nationalsozialisten besetzten Polens transportiert. Folter und Terror der SS, sowie Appelle und schwerste Zwangsarbeit bei völlig unzureichender Ernährung und katastrophalen hygienischen Bedingungen bestimmten den Alltag in den Konzentrationslagern. Über 500.000 europäische Sinti und Roma fielen dem Völkermord durch das NS-Regime zum Opfer.

Um den Opfern dieser Deportationen zu gedenken, fanden heute zwischen 10 und 17 Uhr Kranzniederlegungen statt.

Der SWR berichtete darüber in den Abendnachrichten: https://www.ardmediathek.de/video/swr-aktuell-rheinland-pfalz/sendung-19-30-uhr-vom-16-5-2023/swr-rp/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzE4NTg0MDQ
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