Projektionen und Fabelwesen

Die sogenannten „Zigeuner“-Lieder von Johannes Brahms für vierstimmigen Chor und Klavier sind vol-ler Bilder von Freiheit, Liebe und Verlust. Diese Bilder sind allerdings Projektionen, welche die weiße Dominanzkultur bestimmten Menschen bzw. Gruppen zugeschrieben hat und neben vielen anderen rassistischen Stereotypen immer noch zuschreibt. Die Lieder sollen in diesem Konzert nicht nur als musikalische Meister-werke betrachtet, sondern auch als kritischer Anlass genommen werden, zu sensibilisieren, die historischen Wurzeln von Vorurteilen zu reflektieren und zu hinterfragen. Denn die Figur, auf die man seit Jahrhunderten Sehnsüchte und Ängste projiziert, existiert nicht im realen Leben, sondern in der Vorstellung der Dominanzgesellschaft, ebenso wie „die Loreley“ oder der „Wassermann“.

Für eine Einordnung steht Dr. Andra Daghiciu von der Melde- und Informationsstelle Antiziganismus Rheinland-Pfalz zur Verfügung.

Es singt die Landauer Kantorei, begleitet von Gerhard Betz am Flügel, die musikalische Leitung übernimmt Anna Linß.

Der Eintritt ist frei, Spenden sind erbeten.

Keine Anmeldung erforderlich.

Ort: Evangelische Stiftskirche

Marktstraße 93

76829 Landau

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