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Gemeinsam für Sinti und Roma in Rheinland-Pfalz
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Unsere Geschichte
01
ab 1970
Die Bürgerrechtsbewegung gewinnt an Einfluss
Die Bürgerrechtsbewegung Deutscher Sinti und Roma gewinnt Ende der 1970er Jahre an Einfluss. Bereits zuvor hatte es Komitees und Bürgerrechtsvertretungen gegeben. Nun gelingt es jedoch, medienwirksam auf die katastrophale Situation der Sinti und Roma in Deutschland aufmerksam zu machen. Dies ist dem Einfluss jüngerer, nach 1945 geborener Sinti und Roma zu verdanken, die sich vermehrt in der Bürgerrechtsbewegung engagierten.
1982
Gründung des „Zentralrats Deutscher Sinti und Roma e.V.“
Der „Zentralrat Deutscher Sinti und Roma e.V.“ entsteht im Februar 1982 als Dachverband aus den ihm angehörenden neun örtlichen und regionalen Sinti und Roma-Verbänden. Erster Vorsitzender ist bis heute Romani Rose.
02
03
1982
Offizielle Anerkennung des Völkermordes an Sinti und Roma
Der Völkermord an Sinti und Roma während des Nationalsozialismus wurde in der Bundesrepublik lange nicht anerkannt, was sich unter Anderem in ausbleibenden Entschädigungszahlungen für Überlebende und Angehörige widerspiegelte. 1982 erfolgte die Anerkennung des Genozids durch Bundeskanzler Helmut Schmidt, welche 1985 im Rahmen einer Bundestagsdebatte bestätigt wurde. Auf Grundlage der Anerkennung können Entschädigungsverfahren aufgenommen werden.
1983
Gründung des Landesverbandes Rheinland-Pfalz
Der „Verband Deutscher Sinti und Roma – Landesverband Rheinland-Pfalz“ wird am 3. November 1983 gegründet. Er ist zu diesem Zeitpunkt der dritte Landesverband, der dem Dachverband des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma untergliedert ist. Die Initiative geht von Südpfälzer Sinti-Familien aus, weswegen sich der Sitz des Verbandes in Landau befindet.
04
05
1984
Einrichtung einer Beratungsstelle für Sinti und Roma
Eine Beratungsstelle für Sinti und Roma wird im Landesverband Rheinland-Pfalz eingerichtet. Die Minderheit wird in den verschiedenen Lebensbereichen wie Bildungs- und Arbeitsbereich, Wohnsituation oder im Umgang mit Behörden beraten und unterstützt.
1992
Die Ausstellung „Die Überlebenden sind die Ausnahme“ wird im Landauer Frank-Loebsche-Haus initiiert
Seit 1992 existiert im Frank-Loebsche-Haus in Landau die Dauerausstellung „Die Überlebenden sind die Ausnahme“. Diese wurde im Rahmen des Landauer Modellprojekts entwickelt und gestaltet. Der Landesverband begleitete das Projekt, welches vom Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft gefördert wurde. Zum damaligen Zeitpunkt war die Ausstellung in zweierlei Hinsicht besonders: Erstens war eine Ausstellung über den Völkermord an Sinti und Roma, der lange unterschlagen wurde, an sich schon ungewöhnlich. Zweitens wurde die Perspektive der Überlebenden in den Mittelpunkt gestellt. Dieser Ansatz war unüblich, da in der Regel in Ausstellungen über den Nationalsozialismus die Täterperspektive in Form von NS-Dokumenten und Fotos dargestellt wurde.
06
07
1992
Aufnahme in die Charta für Minderheitensprachen und das Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten
Die Aufnahme des Romanes in die „Europäische Charta für Minderheiten- und Regionalsprachen“ sowie die Aufnahme der Sinti und Roma in das „Europäische Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten“ sind wichtige Verdienste der Arbeit des Zentralrates. Hieraus ergeben sich Verpflichtungen für die Bundesrepublik Deutschland, die Minderheitensprache Romanes zu fördern und die Gruppe der Sinti und Roma vor Rassismus zu schützen.
2001
Einweihung einer Gedenktafel für den Völkermord an Sinti und Roma am Frank-Loebsche-Haus
Am 15.Mai 2001 wurde am Frank-Loebsche-Haus in Landau eine Gedenktafel, die an die im Nationalsozialismus deportierten Sinti und Roma erinnert, eingeweiht. Der Landesverband, in Person des damaligen Landesvorsitzenden Jacques Delfeld Sr., hatte sich bereits im Jahr 1997 an die Stadt Landau mit der Bitte gewandt, ein sichtbares Gedenkzeichen zu errichten. Nachdem es zunächst Unstimmigkeiten über den Standort gegeben hatte, wurde dem Wunsch des Landesverbandes und der Überlebenden schließlich entsprochen: Ein Gedenkort in zentraler Lage.
08
09
2005
„Rahmenvereinbarung zwischen der rheinland-pfälzischen Landesregierung und dem Verband Deutscher Sinti und Roma – Landesverband Rheinland-Pfalz“
Im Jahr 2005 wurde zwischen dem Landesverband und der Landesregierung Rheinland-Pfalz eine Rahmenvereinbarung abgeschlossen. Diese verpflichtet das Land Rheinland-Pfalz unter anderem, Maßnahmen zum Schutz der Sinti und Roma vor Diskriminierung, zur Aufarbeitung der Geschichte der Minderheit in Schulen und Hochschulen, zur Förderung der Chancengleichheit und zur Bewahrung der Minderheitensprache Romanes zu ergreifen. Der Landesverband hatte zuvor mehr als ein Jahrzehnt auf den Abschluss eines solchen Abkommens hingewirkt.
2022
Einrichtung einer regionalen Melde- und Informationsstelle für Antiziganismus
Der Landesverband schaltet am 14. Juni 2022 die regionale "Melde- und Informationsstelle für Antiziganismus" frei (M.I.A.-RLP). Betroffene und Zeugen von antiziganistischen Vorfällen können diese ab sofort via Online-Formular melden und erhalten direkte Hilfe von geschultem Fachpersonal, dass die Einzelfälle kategorisiert, anonymisiert und dokumentiert.
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